Homage an Sumerwind  

  Danke Suwi

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Summerwind, mein Irish Setter, wurde am 4.3.1997 in Santiago de Chile geboren und zog im zarten Alter von 4 Wochen bei mir ein. Ihre Mama war schwer krank. Daher sollte ich, aufgrund meiner großen Erfahrung mit Hunden, so glaubte ich, die kleine Hündin aufnehmen.

 Zusammen mit ihrem Papa und einer weiteren Hündin, die beide bei mir lebten, würde sie schön und behütet aufwachsen.Sie hatte so viel Witz und Charme und einen wunderbaren Dickkopf, dass mir alles, was ich bis dahin an Erfahrungen sammelte durfte, nicht weiter half . Summerwind brachte sich bei wie man Türen öffnet, bediente sich an Vorräten, ohne sich je dabei erwischen zu lassen. So konnte ich natürlich nicht eingreifen.Sie war eine Meisterin im Ignorieren, ließ sich mit nichts motivieren. Stattdessen verfeinerte sie die Handlungen, mit denen sie ihre  Ziele erreichen konnte und ich hab ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut.

 

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Dazu gehörte, dass sie mich besser kannte als ich mich. Sie nahm meine Verfassung und meine Stimmung perfekt wahr, da sie sehr feinfühlig war. Je besser sie wußte, wie ich mich fühlte, um so besser konnte sie ihre Wünsche durchsetzen.
Noch in Chile stellte sie mich auf eine harte Probe. Rief mich jemand an, der eine offizielle Mission erfüllte, wie z.B. ein Lehrer, sprang sie auf das verbotene Sofa und sah mich an. An meiner Stimme hörte sie, solange ich ein solches Gespräch führe, kann ich sie dort nicht herunter holen. Wenn dagegen ein Freund anrief, wagte sie nicht im Traum auf das Sofa zu gehen.

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 Als Summerwind 4 Monate alt war, sind wir nach Deutschland zurückgekehrt. Was waren wir glücklich, einander am Flughafen wieder zu haben!

Mit 6 Monaten, als sich der normale Jagdtrieb entwickelte, sprang ihr quasi ein an Kaninchenpest erkranktes Kaninchen ins Maul. So erlernte sie zu allem Überfluss auch noch erfolgreich zu wildern.

Obwohl sie alle Kommandos perfekt beherrschte, gehorchte sie nur dann, wenn es ihr von Vorteil erschien. So kam es, dass sie mich nach 2-stündigen Ausflügen allein dastehen ließ.

Wenn ich sie heran rief, kam sie genau so nah heran, dass das Kommando ausgeführt war, ich sie aber nicht anleinen konnte.

 

 

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Sie hat sich oft Unternehmungen ausgedacht, die ihr gefielen, aber nicht in das Bild eines wohl erzogenen Hundes passten. So entwickelten sich bei mir immer Ängste vor unseren Ausflügen, da es mir nicht mehr gelang, sie auszulasten. Aber einen Setter ein Leben lang an der Leine zu führen, konnte ich mir so gar nicht vorstellen. Mir graute vor jedem Ausflug mit einem riesigen Stein im Magen.

So meldete ich mich in diversen Hundeschulen an und versuchte mein Bestes, diesen Hund zu lenken und zu führen. Leider führte dies nur dazu, dass sie mich immer besser austricksen konnte, um ihre Ziele zu erreichen. Da die Unterstützung meinem Hund nicht gerecht wurde und mich nicht ausreichend anleiten konnten, meinen Hund wirklich zu begreifen und zu leiten.

Es konnte so nicht weiter gehen. Ich wollte dem Hund ein zufriedenes, artgerechtes, behütetes Leben bieten und mich bei unseren Ausflügen erholen und auftanken. Aber so war das nicht wirklich das, was ich mir für uns gewünscht habe. 

Sie hat sich von mir mehr und mehr zurückgezogen, statt Vertrauen zog Misstrauen ein.

 

 

 

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Suwi sucht die Spur, die sie auf die Fährte des Dummys bringt

 

So stellte ich weitere Recherchen an, wie man so einem einfallsreichen, intelligenten und triebigen Hund zu einem artgerechteren Leben mit einem gewissen Maß an Freiheit und Vertrauen verhelfen kann.

Auf diesem Weg bin ich in vielen Seminaren gelandet, und schließlich habe ich die Ausbildung zur Trainerin selbst gemacht, damit ich mal tiefer schauen kann, was zwischen uns stand, wieso Training für uns nicht genug war.

Danke, geliebte Summerwind, dass Du mich gelehrt hast, tiefer zu schauen, alles aus Deiner Perspektive zu sehen. Erst so konnte ich Dich verstehen und begreifen, wie ich mit Dir umgehen musste, damit Du glücklich und zufrieden leben konntst, damit wir zufrieden und voll Vertrauen glücklich miteinander zu leben lernten.

Das war Initiator, anderen  aus einer solchen oder ähnlichen Lagen heraus helfen zu wollen. Weil ich selbst erlebt habe, wie man sich fühlt, wenn man trotz vieler ernsthafter Bemühungen nicht annähernd an das  gewünschter Ziel kommt, entsteht an diesem Punkt eine große Empathie mit Menschen, denen es so ergeht, wie es mir

 ergangen ist.

 

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So habe ich es Dir, liebe Summerwind, zu verdanken, dass ich einen Beruf ausübe, der mir riesigen Spass und viel Freude bereitet.

Danke an Dich, Summerwind, vor allem für das Vertrauen dass Du mir besonders am Ende geschenkt hast.

 

 

In Gedanken bist Du immer bei mir.